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New York für Anfänger

Die Stadt, die niemals schläft – diesen Titel trägt New York zu Recht. Am Anfang kann der niemals endende Straßenlärm irritierend sein, aber daran hatte ich mich schnell gewöhnt. Woran ich mich auch schnell gewöhnen musste, ist, dass der Verkehr in New York City nicht mit dem auf deutschen Straßen zu vergleichen ist. Zu manchen Zeiten wartet man rund um den Times Square vergeblich auf freie Straßen und hat keine andere Wahl, als sich zwischen den hupenden Autos hindurchzuschlängeln, von denen übrigens ein Drittel Taxis sind.




Die Chancen stehen gut, dass jemand, der sich zum ersten Mal durch die Straßen von Manhattan bewegt, ständig das Gefühl hat, das alles schon mal gesehen zu haben. Das liegt daran, dass Manhattan, der Stadtteil von New York, der synonym für die Stadt steht, eine einzige große Filmkulisse ist. So ist es auch nicht ungewöhnlich, dass man manche Straßen nicht entlanglaufen kann, weil dort gerade gedreht wird. Mit etwas Glück kann man sogar eine Blick auf die großen Stars werfen. Wo man bestimmt einen Blick auf Filmstars werfen kann, ist im Theater District. Jede Saison spielt wenigstens ein bekannter Schauspieler oder eine bekannte Schauspielerin in einem Theaterstück am Broadway. Im Frühjahr 2007 habe ich zum Beispiel Kevin Spacey auf der Bühne des Brooks Atkinson Theaters gesehen. Will man eine bestimmte Show unbedingt sehen, sollte man vorher telefonisch oder per Internet Karten reservieren. Wenn man sich so wie ich für eine Reihe von Shows interessiert und keine Vorlieben hat, empfehlen sich die TKTS-Verkaufsstände des Theatre Development Funds am Times Square (47. Straße und Broadway) oder am South Street Seaport (Ecke Front Street und John Street), wo Tickets für Shows am gleichen Tag bis zu 50 Prozent billiger zu haben sind. Die Tickets müssen allerdings persönlich abgeholt und können nur bar oder mit Travelers’ Checks bezahlt werden. Allen Fans der Filmversion von “A Chorus Line” kann ich das Musical empfehlen, das im Moment wieder am Broadway aufgeführt wird. One singular sensation!

Keiner, der New York zum ersten Mal besucht, sollte es sich entgehen lassen, die Stadt von oben zu sehen. Seit Herbst 2005 geht das nicht nur vom Empire State Building aus, sondern auch vom “Top of the Rock”, der Aussichtsplattform des Rockefeller Center. Das Empire State Building ist eigentlich ein Muss, aber die Aussicht vom “Top of the Rock” hat einen entscheidenden Vorteil: Von dort aus hat man einen einmaligen Blick auf das Empire State Building. Dafür kann man vom Rockefeller Center aus nicht richtig auf das Chrysler Building schauen, dessen Dach besonders spektakulär ist, wenn die Sonne darauf scheint. Eine Lösung für das Problem, für welche der beiden Aussichtsplattformen man sich entscheiden sollte: einfach beide Gebäude besuchen. Ich finde, man muss sich New York sowieso zweimal von oben ansehen. Der erste Besuch empfiehlt sich tagsüber, am besten zu Anfang eines Aufenthaltes in der Stadt. Von oben bekommt man einen guten Überblick über die verschiedenen Teile der Insel Manhattan, und man kann eine Menge der Sehenswürdigkeiten von dort oben erkennen. Das hilft bei der Planung von Sightseeing-Touren. Das zweite Mal sollte man am Abend gehen, wenn es nicht mehr lange bis zum Sonnenuntergang ist. Denn zum einen kann man die Sonne über New Jersey auf dieser Höhe viel besser untergehen sehen, und zum anderen, und das ist der entscheidende Punkt, kann man danach die Stadt nochmal bei Nacht aus der Vogelperspektive bestaunen. Das ist noch beeindruckender als bei Tageslicht, und ich kann jedem nur raten, sich diesen Anblick nicht entgehen zu lassen. Beide Aussichtsplattformen bieten Audiotouren in verschiedenen Sprachen an, die die Orientierung erleichtern und die Aufmerksamkeit auf weniger bekannte Sehenswürdigkeiten lenken.

New York

New York ©iStockphoto/TomasSereda

Ein weiteres Muss ist ein Ausflug nach Liberty Island. Vom Battery Park an der Spitze Manhattans aus mag die Freiheitsstatue klein aussehen, doch wenn man mal zu ihren Füßen steht, wird dieser Eindruck schnell zurecht gerückt. Für die 46 Meter hohe Lady Liberty auf ihrem 47 Meter hohen Sockel gibt es nur ein Wort: kolossal. Wenn man die Statue von innen besichtigen möchte (bzw. den Sockel, die Statue selbst ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr begehbar), muss man allerdings Tickets vorbestellen unter www.statuereservations.com. Die Tickets für die Freiheitsstatue sind umsonst, sie sind aber nur in Verbindung mit Tickets für die Fähre erhältlich, die 13,75 US-Dollar kosten. Es gibt jeden Tag drei Zeitfenster, für die jeweils eine limitierte Anzahl an Tickets zur Verfügung steht. Wenn man sich nicht an das gewählte Zeitfenster hält, hat man kein Anrecht auf Zutritt zur Statue. Der strengen Sicherheitskontrollen wegen empfiehlt es sich, auf große Taschen und Rucksäcke zu verzichten und sich bequeme Schuhe anzuziehen. Nach dem Abholen der Tickets für Fähre und Freiheitsstatue wartet man ungefähr 30 Minuten, bis man auf die Fähre gelassen wird. Die Wartezeiten an der Statue of Liberty sind ungefähr doppelt so lange. Dafür hat man vom Sockel aus einen tollen Blick auf Manhattan, Brooklyn, Ellis Island und Jersey City. Die Freiheitsstatue selbst sieht man natürlich besser, wenn man davor steht. Nicht vergessen, Fotos mit Lady Liberty im Hintergrund zu machen. Wenn man viel Glück hat und einen klaren Tag erwischt, garantiert das Fotos, die neidisch machen: die hellgrüne Freiheitsstatue vor blauem Himmel, das ist eine tolle Kulisse.

Mein Tip für New York: Man sollte sich anhand von Reiseführern und Internetseiten informieren, was man sich anschauen will und daraufhin planen, was man wann macht. Allerdings sollte der Plan nicht zu voll sein, damit man spontane Entdeckungen in Ruhe erkunden kann. Die Stadt überrascht ihre Besucher, auch wenn sie einem so vertraut vorkommt. Gerade das macht New York für mich so unwiderstehlich.

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