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Delaware

Delaware ist „The First State“, der erste Staat der USA und bis heute mächtig stolz darauf. Genau genommen war Delaware der erste Staat, der die Verfassung der USA ratifizierte. Kein Wunder also, dass das Staatsmotto bis heute „Freiheit und Unabhängigkeit“ lautet. Daneben wird er aber auch häufig als der „Blue Hen State“ bezeichnet. Das „Blue Hen Chicken“, die blaue Henne, ist der offizielle Staatsvogel und aus Revolutionstagen bekannt, als die Soldaten in den Kampfpausen Hühnerkämpfe zur Unterhaltung abhielten. Darüber hinaus kennt man Delaware auch als den „Diamond State“ und „The Small Wonder“, das kleine Wunder.




Als die ersten Siedler ins Land kamen, benannten Sie den größten Fluss, die Bay und die dort lebenden Lenape-Indianer nach Thomas West, dem dritter Baron De La Warr. Er war der zweite Gouverneur der Jamestown Colony, Virginia.

Delaware verfügt über keine Nationalparks, nationalen Monumente oder Gedenkplätze. Dafür locken historische Plätze und Häuser, Botanische Gärten, Wildgehege, Leuchttürme und viele andere Sehenswürdigkeiten. Nicht sehr spektakulär in den Augen vieler Amerikaner. Das ist auch der Grund, warum sich die Bewohner anderer Staaten selbst in Shows und Filmen wie „Wayne’s World“ oder „Die Simpsons“ gern über Delaware und seine fehlende Attraktivität für (amerikanische) Touristen lustig machen.

Übrigens: in Delaware wurde die älteste schwarze Kirche der USA, die Union Church of Africans, gegründet. Und wussten Sie schon, dass Delaware der erste Bundesstaat der USA ist, der einen eigenen Stern hat? Den Delaware Diamond findet man im Sternbild Ursa Major (Großer Bär).

Delaware

Delaware ©iStockphoto/SeanPavonePhoto

Delaware Geographie

Delaware ist ein sehr ebener Bundesstaat, der auf der atlantischen Küstenplatte liegt. Mit 136,5 Metern Höhe bildet Ebright Azimuth den höchsten Punkt des Landes. Flacher ist nur Florida. Mit 6452 km² Fläche ist Delaware etwa halb so groß wie das Rhein-Main-Gebiet und der zweitkleinste Staat der USA nach Rhode Island. Im Norden grenzt er an Pennsylvania, im Westen und Süden an Maryland. Die Ostgrenze zu New Jersey bilden der Fluss Delaware, einer der längsten Flüsse der USA, und der Atlantische Ozean. Zusammen mit dem Osten Marylands und zwei Counties von Virginia bildet Delaware die Halbinsel Delmarva.

Delaware ist aufgrund seiner geringen Größe in lediglich drei Counties eingeteilt: New Castle, Kent und Sussex. Auf 154 km Länge und 48 km Breite findet man sanfte Hügel und weite Ebenen, idyllische Flusslandschaften, grüne Wälder und flache Sandstrände. Unter Sportfreunden sind die Hauptstadt Dover und die aufgrund der topografischen Bedingungen nahezu idealen Golfplätze in ihrer Umgebung sehr beliebt.

Der Atlantische Ozean beeinflusst das Klima des „First State“ maßgeblich. Er befindet sich in einer Übergangszone zwischen feuchtem, subtropischem und kontinentalem Klima mit klar abgegrenzten Jahreszeiten. Sussex zum Beispiel ist milder und feuchter als New Castle. Während im Süden Zypressen wachsen, fällt im Norden im Winter regelmäßig Schnee.

Delaware Geschichte

Das Gebiet des heutigen Delaware war über Jahrhunderte hinweg Siedlungsgebiet der Unami Lenape und Nanticoke, algonquianischen Stämmen. Als die ersten niederländischen Siedler 1631 den Handelsposten Zwaanendael errichteten, fühlten sie sich bedroht. In der Folge töteten sie innerhalb eines Jahres alle Siedler des Stützpunktes und brannten die Siedlung nieder.

1638 erreichte eine schwedische Expedition die Küste Delawares und errichtete die erste dauerhafte Siedlung Nordamerikas, Fort Christiana, benannt nach der damaligen schwedischen Königin. Aber die Holländer arbeiteten ebenfalls am Aufbau eines Forts, Fort Casimir. Schnell wurden die Siedlungen Handelskonkurrenten und rückten in den Blickpunkt strategischer Überlegungen. 1655 befand sich das ganze Gebiet des heutigen Delaware unter holländischer Befehlsgewalt. Aber der neu errungene Frieden war nicht von langer Dauer. 1664 eroberten die Engländer die Kolonie und fügten sie ihrer eigenen Kolonie New York hinzu. In den 1680ern erhielt der „Eigentümer“ Pennsylvanias, William Penn, das Gebiet des heutigen Delaware, damit sein Gebiet über einen Zugang zum Meer verfügte. Der Anschluss an Pennsylvania erfolgte 1683. Die „unteren Bezirke“ durften jedoch relativ selbstständig arbeiten. 1704 erhielten sie ein eigenes Parlament, 1710 einen eigenen Verwaltungsrat.

Nach der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung 1776 schlossen sich die auch heute noch bestehenden drei Counties zum Staat Delaware zusammen. Gleich im Anschluss trennte sich der neue Staat von Pennsylvania, sagte sich von den britischen Machthabern los und schloss sich der Unabhängigkeitsbewegung an. In Anbetracht dieser Geschichte ist das Staatsmotto „Freiheit und Unabhängigkeit“ nur allzu verständlich.
Nach Erlangen seiner Souveränität beteiligte sich Delaware häufig an den militärischen Konflikten, die im Land grassierten. Als erster Bundesstaat ratifizierte es 1787 die erste amerikanische Verfassung.
Delaware war ein Sklaven haltender Staat, stand aber während des Sezessionskrieges aufgrund eines fehlgeschlagenen Austrittsversuchs aus der Union auf der Seite der Nordstaaten. Danach verweigerte der „Diamond State“ zunächst seine Zustimmung zum 13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der die Abschaffung der Sklaverei regelte. Erst 1901 ratifizierte Delaware diesen Artikel.

Delaware Sehenswürdigkeiten

Delaware ist in den Augen vieler Amerikaner ein ziemlich langweiliger Urlaubsort. Keine Nationalparks, keine Nationalstrände, keine nationalen Schlachtfelder, keine Gedenkstätten oder nationalen Monumente. Nur ein paar alte Häuser auf ziemlich flachem Land. Wer sich aber für die amerikanische Geschichte interessiert, kann hier echte Schätze entdecken. Die Landesregierung hat nämlich weder Kosten noch Mühen gescheut, Zeugnisse der Vergangenheit für eine große Zahl lokaler Museen zusammenzutragen.

Die Einflüsse der früheren schwedischen Siedler sind vor allem in Delawares größter Stadt Wilmington spür- und erkennbar. Die Holy Trinity Church ist beispielsweise ganz im schwedischen Stil erbaut worden. Auch herrschaftliche Häuser aus kolonialer Zeit findet man hier und auch in New Castle. Entlang der Küste gibt es mehr als 50 Leuchttürme, die einsam am flachen Sandstrand empor ragen. Vor allem rund um Lewes wird es maritim: der gemütliche Hafen lädt zu einem Bummel ein, die flachen Strände der Gegend sind auch für kleine Kinder ideal geeignet und wer schon immer mal Schiffswracks und spannende Geschichten über Seeschlachten mochte, kommt im Schiffswrackmuseum voll auf seine Kosten.

Wer sich mehr für Indianer als für Seeschlachten interessiert, sollte ins County Sussex fahren. Dort gibt es nicht nur einige Museen, die sich mit der indianischen Vergangenheit Delawares auseinandersetzen. Rund um Millsboro gibt es auch heute noch einige Nanticoke. Sportler verwöhnt der „Diamond State“ mit vielen Möglichkeiten zum Wandern, Schwimmen, Segeln, Golfen und vielem mehr.

Zu den größten Attraktionen Delawares zählen allerdings nicht die Kolonialbauten oder die Indianer. Besonders bekannt ist der Staat für seine jährlich wiederkehrenden Festivals wie etwa die State Fair im Juli, das „Big Quarterly“ im August oder das Oktoberfest im Oktober (mit original Delaware Sängerbund). Einige Jazz Festivals und „Ethnic Festivals“ im Sommer ziehen auch junge Menschen an. Übrigens: Delaware rühmt sich, die längste zweispännige Hängebrücke der Welt, die Delaware Memorial Bridge, zu haben. Sie führt über den Delaware River und verbindet New Castle, Delaware, mit Deepwater, New Jersey.

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