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Arkansas – Sehenswürdigkeiten, Klima und Geschichte

Das im Südosten der USA liegende Arkansas gilt im Selbstverständnis vieler Amerikaner und USA-Besucher als in mancher Hinsicht geradezu typischer US-Bundesstaat ländlicher Prägung. Landschaft, Kultur und Geschichte von Arkansas haben den touristisch hochinteressanten Staat den von seinen Bewohnern ausgiebig gepflegten Ruf eingebracht, als „Hillbilly“-Region für das „authentische Amerika“ zu stehen. Der Staatsname bezieht sich übrigens nicht auf den unweit von der Arkansas-Nordwestgrenze entfernten Bundesstaat Kansas. „Kansas“ (ausgesprochen: „Känsäs“) leitet sich vom Sioux-Begriff für „Südwind-Volk“ ab, während „Arkansas“ (meist „Arkinsoh“ ausgesprochen) die französisierte Bezeichnung für die Sioux-Bezeichnung Quapaw („Land der Menschen flussabwärts“) ist.




Klima, geographische Lage und landschaftliche Gliederung von Arkansas

Klimatisch wird Arkansas unter dem Ferneinfluss des Golfs von Mexiko durch gemäßigt subtropische Wetter-Bedingungen mit feucht-heißen Sommern und milden Wintern bestimmt. Überdurchschnittlich häufig ist Arkansas von Gewittern und Tornados betroffen.

Mit einer Fläche von knapp 140.000 qkm ist Arkansas etwas größer als Griechenland. Der küstenlose Staat ist von Nord über Ost und Süd bis West von den Nachbarstaaten Missouri, Mississippi, Tennessee, Louisiana, Texas und Oklahoma umgeben. Das Staatsgebiet wird im Osten vor allem vom Mississippi-Strom begrenzt. Der Mississippi-Nebenfluss Arkansas River quert vom Südosten bis zum Nordwesten auf ungefähr 2.000 km Länge den Bundesstaat. Landschaftlich teilt sich Arkansas ungefähr hälftig in die dicht bewaldeten Hochlandzonen („Highlands“) im Nordwesten und fruchtbare und landwirtschaftlich intensiv genutzte Flachland-Regionen („Lowlands“) im Südosten. Bestimmend für die Hochlandzonen sind insbesondere die Arkansas-Anteile an den die U.S. Interior Highlands bildenden Mittelgebirge Ouachita Mountains und Ozark Mountains. In dieser nach den Rocky Mountains und den Appalachen bedeutendsten Gebirgsregion der USA ragt mit dem Mount Magazine (839 m) der höchste Gipfel von Arkansas empor. Zu den Lowlands gehört das ebene Mississippi-Schwemmland des Arkansas-Deltas, das von dem Höhenzug Crowley´s Ridge geteilt wird.

Arkansas

Arkansas ©iStockphoto/Holly Devine

Bevölkerung und Städte in Arkansas

In Arkansas leben bezogen auf die Staatsfläche relativ wenige Einwohner, nämlich etwa drei Millionen. Daraus folgt eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von gerade einmal 20 Einwohnern pro Quadratkilometer (zum Vergleich: In Deutschland leben mehr als 230 Menschen pro Quadratkilometer). Dieser Populationsstärke entsprechend zeichnen sich die größten Städte in Arkansas durch überschaubare Einwohnerzahlen aus. Lediglich die Hauptstadt Little Rock (190.000 Einwohner) hat Großstadtcharakter. Nächstgrößere Städte sind Fort Smith (90.000), Fayetteville (75.000) und Springdale (70.000). Eine Sonderrolle nimmt die 30.000-Einwohner-Stadt Texarkana (Arkansas) an der Grenze zu Texas ein. Sie bildet nämlich bei unterschiedlicher Verwaltungszugehörigkeit mit der etwa gleich großen Nachbarstadt Texarkana (Texas) eine Staatsgrenzen überschreitende kulturelle Einheit.

Geschichte von Arkansas

Bei der Ankunft der ersten Europäer im 16. Jahrhundert war das Arkansas-Gebiet bereits seit etwa 14.000 Jahren von indigenen Völkern besiedelt. Um 1500 waren das vor allem zur Sioux-Sprachgruppe gezählte Völker wie Osage und Quapaw. Die ersten Weißen in Arkansas waren die Mitglieder einer spanischen Expedition auf der Flucht vor Indianern. Der Trupp unter Führung des Konquistadors Hernando de Soto überwinterte 1541/42 auf Arkansas-Gebiet. Erst 120 Jahre später wagten sich mit den Franzosen Jacques Marquette (1673) und Robert La Salle (1681) erneut Weiße in die Region. 1682 wurde Arkansas zumindest formell Teil der sich von Kanada bis zum Golf von Mexiko entlang des Mississippis hinziehenden Groß-Kolonie Louisiana. 1686 wurde mit der französischen Handelsstation Arkansas Post am unteren Arkansas River die erste Kolonial-Siedlung gegründet. Ab 1762 als Folge des Siebenjährigen Krieges spanisch, gelangte Arkansas 1800 wieder unter französischer Herrschaft.

Napoleon, damals noch als Konsul Staatschef in Frankreich, verkaufte das Gebiet aber bereits drei Jahre später im Zuge des „Louisiana Purchase“ an die jungen USA. Im Arkansas-Gebiet lebten damals die Indianer noch in relativem Frieden mit den wenigen weißen Siedlern und Trappern. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts verschlechterte sich allerdings das Verhältnis zwischen Rot und Weiß deutlich durch steten Zuzug von weißen Glückssuchern in das Gebiet, das später den bezeichnenden Beiname „Land of Opportunity“ bekam.Im Ergebnis wurden die meisten Indianer schließlich vertrieben beziehungsweisee zwangsumgesiedelt. 1819 erhielt Arkansas rechtlich den Status eines Territoriums.1836 wurde das Territorium dann zum 25. US-Bundesstaat aufgewertet. Der in den Lowlands von Plantagenwirtschaft bestimmte Staat schloss sich als sklavenhaltender Staat am Anfang des Amerikanischen Bürgerkriegs 1861 der Konföderation der Südstaaten an. Arkansas wurde Kriegsschauplatz und erlebte massive Verwüstungen.

1957 sorgte Arkansas, dessen politisches System noch lange nach Ende des Zweiten Weltkriegs an der Rassentrennung festhielt, für weltweite Schlagzeilen („Little Rock Nine“). Gouverneur Fabus hatte neun Schüler, die rechtmäßig eine „weiße“ High School in Little Rock besuchen wollten, mithilfe der Nationalgarde am Betreten der Schule gehindert. Daraufhin schickte US-Präsident Eisenhower Fallschirmjäger, um die Einhaltung des Rechts zu erzwingen. Das 1998 eröffnete Museum „Little Rock Central High School National Historic Site“ erinnert plastisch vor Ort an das eines der wichtigsten Ereignisse der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung darstellende Geschehen.

Zum weltweit wahrscheinlich bekanntesten Politiker aus Arkansas wurde Bill Clinton. Der Demokrat, 1978 mit 32 Jahren erstmals zum Arkansas-Gouverneur gewählt, stand von 1993 bis 2001 als Präsident an der Spitze der USA. Sein Geburtshaus im Städtchen Hope ist heute eine nationale Gedenkstätte („President William Jefferson Clinton Birthplace Home National Historic Site“).

Kultur und Sehenswürdigkeiten in Arkansas

Die Ehre, zum weltweit bekanntesten aus Arkansas stammenden Kulturschaffenden geworden zu sein, dürfte dem Country-Sänger Johnny Cash (1932 – 2003) gebühren. Cashs Geburtshaus im Dorf Dyess kann besucht werden. Country gehört wie die verwandten Stile Bluegrass und Rockabilly zu den vor allem in den Highlands typischen Versatzstücken der Arkansas-Musikkultur. Aber auch andere Musikrichtungen wie der vorzugsweise in der Delta-Region gepflegte Blues („Delta Blues“) gehören zu Arkansas. Im Norden des Staates liegt Mountain View. Der 2.500-Einwohner-Ort („Folk Music Capitol of the World“) mit seinen zahlreichen Musiklokalen und –Bühnen zieht seit den 1870er Jahren aus aller Welt Freunde des traditionellen Folk an.

Das 2011 eröffnete „Chrystal Bridges Museum of American Art“ in Bentonville, ganz im Nordwesten des Staates, bietet mit seinen reichen Gemälde- und Skulpturen-Sammlungen einen einzigartigen Überblick über die bildende Kunst der USA von den Anfängen bis heute. Im selben Städtchen informiert in harmonischer Ergänzung das „Museum of Native American History“ über die Kultur der Ureinwohner. Über Aspekte amerikanischer Militärgeschichte des 19. Jahrhunderts gibt das Museum „Fort Smith National Historic Site“ in einem restaurierten Fort ausgiebig und spannend Auskunft.

Zu den Natursehenswürdigkeiten des Staates gehören seine vielen Höhlen. Die „Blanchard Springs Caverns“ auf einer Führung 112 m unter der Erdoberfläche zu erkunden, ist sicher ein unvergessliches Urlaubserlebnis. Mineralig geht es auch in der „Wegner Crystal Mine“ in den Ouachita Mountains zu. In dieser Mine kann der Besucher nach Kristallen und Diamanten suchen. Nach Diamanten kann ebenso in Südwest-Arkansas geschürft werden: Bei Murfreesboro lädt ein echter Vulkankrater im „Diamonds State Park“ zum Edelstein-Finden ein.

Aktivitäten für Körper und Seele in Arkansas

Arkansas anderer Beiname lautet „Natural State“ und weist auf die grandiosen Naturschönheiten des Staates hin. Die Ozark Mountains sind nicht nur schön, sondern auch ideal zum ausgiebigen Auspowern in herrlicher Landschaft bei Rad- oder Wandertouren, Reiten oder Klettern. In den Ozark Mountains laden ferner zahlreiche Flüsse und Seen zu nassen Aktivitäten ein. Hier entspringt zum Beispiel der 137 km lange Buffalo National River, der mit seinen Stromschnellen und ruhigen Teilstrecken ein wahres Paradies für Kanu- und Kajakfahrer ist. Angler kommen unter anderem am über die Grenzen der USA als Forellen-Revier bekannten White River auf ihre Kosten. Eine Arkansas-Spezialität ist Urlaub auf einer Ferienranch („Dude Ranch“). Entfernt an das Motto „Ferien auf dem Bauernhof“ erinnert das „Dude Ranch“-Konzept, die Besucher als zeitweilige Arkansas-Rancher bei Ausritten, Jagdtouren und Viehtreiben Western-Romantik hautnah erleben zu können und dabei komfortabel untergebracht zu sein.

Arkansas ist berühmt für seine gesundheitsförderlichen Quellen. Im „Mammoth Spring State Park“ kann zum Beispiel Arkansas größte Quelle mit einem Quelltopf von 21 m Tiefe bewundert werden. Und am Fuße der Ouachita Mountains im „Hot Springs Nationalpark“ wird in 47 heißen Thermalquellen entspannt. Zu diesem häufig „American Spa“ genannten Kurplatz gehört auch ein 66 m hoher Aussichtsturm, der einen grandiosen Panoramablick über die Umgebung erlaubt.

Auf etlichen Kulinaria-Touren können regionale Brauereien und Weingüter besucht werden. In den Lokalen und Restaurants des Staates kann sich nur schwerlich den oft kalorienbetonten Leckereien der hier zelebrierten Südstaatenküche entzogen werden.

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