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New Hampshire

Fast jeder Staat in den USA hat ein Staatsmotto. Das findet man meist auf den sowieso sehenswerten weil interessant gestalteten Nummernschildern wieder. Das Staatsmotto von New Hampshire lautet „live free or die“ (frei leben oder sterben) und prägt bis heute die Menschen und das Leben dieser Gegend.




Viele Einwohner New Hampshires kommen beispielsweise aus den unterschiedlichsten Ländern und Landstrichen wie zum Beispiel Frankreich, Irland, England, Deutschland, Italien oder Schottland. Die meisten dieser Menschen verließen ihre Heimat, um im Westen etwas zu finden, das sie in ihren Heimatländern vermissten: Freiheit. Natürlich traf das nicht nur für die Siedler in New Hampshire zu. Aber hier zeigt es sich bis heute besonders deutlich. Und hier findet man auch Städte wie Manchester, Portsmouth, Lebanon, Rochester-Dover oder sogar Berlin.

New Hampshire ist einer der 10 kleinsten Staaten der USA, aber bekannt für seine unabhängige und freie Denkweise. Er war der erste Staat, der sich 1776 für unabhängig von Großbritannien erklärte und bis heute erhält er sich auch seine politische Freiheit, immer wieder neu zu wählen. Die Politiker freilich sind über solch einen Swing State nicht sonderlich erfreut, weil er in jeder Wahl immer neu umkämpft ist.

New Hampshire

New Hampshire @iStockphoto/Denis Jr. Tangney

Übrigens: New Hampshire ist auch ein Staat von Erfindern und Freidenkern (da war er wieder, der Freiheitsgedanke). Nur so kann man sich erklären, warum gerade hier so viele Dinge erfunden oder zum ersten Mal probiert wurden. Hier in Dublin findet man zum Beispiel die erste öffentliche Bibliothek der USA, in Dover fand der erste Streik von Frauen statt, hier fuhr die erste Zahnradbahn der Welt, und als erster Staat der USA führte New Hampshire gleichgeschlechtliche Partnerschaften ein. Außerdem wurden die Tupperware, die erste Staatslotterie und das erste Videospiel hier erfunden. Na, beeindruckt?

Aufgrund seiner Autarkie, politisch wie wirtschaftlich, aber auch wegen seiner geologischen Beschaffenheit wird New Hampshire auch der „Granite State“, der Granit-Staat, genannt. Und wussten Sie schon, dass einige der erfolgreichsten Autoren der USA von hier stammen? Zu ihnen gehören sowohl die Thriller-Autoren John Irving und Dan Brown als auch der Humorist und Journalist Bill Bryson.

New Hampshire Geographie

New Hampshire grenzt im Norden und Nordwesten genau an Quebec, Kanada, an. Das hat natürlich auch Einfluss auf die Menschen des Staates. Aufgrund der Nähe zum französischsprachigen Teil Kanadas sprechen in New Hampshire mehr Menschen als in den USA üblich Französisch. Der Osten des Staates ist geprägt durch den Atlantischen Ozean. Südlich von New Hampshire liegt Massachusetts, westlich Vermont. Mit nur 18 Meilen Länge besitzt der Staat die kürzeste Ozeanküste unter den Küstenstaaten der USA. Aber: diese 18 km können sich sehen lassen! In den Sommermonaten findet man hier fast ebenso tausende Erholungssüchtige wie an den Stränden Miamis…

New Hampshire ist von großen Unterschieden zwischen Gebirge und dem Meer geprägt. Auf lediglich gut 24.000 km² (das ist eine Fläche etwas größer als Mecklenburg-Vorpommern) findet man Höhenunterschiede von bis zu 1900 Metern! Der höchste Punkt ist übrigens der Mount Washington mit 1917 Metern Höhe.

Der 110 km breite und 305 km lange Staat wird von der White Mountain Range in ein nördliches und ein südliches Gebiet unterteilt. Wussten Sie eigentlich schon, dass der Mount Washington als höchster Punkt der White Mountain Range auch der höchste Berg der USA ist? Er wird von anderen Bergen wie zum Beispiel dem Mount Madison oder Mount Adams flankiert. Die White Mountain Range ist berüchtigt für ihre Wetterumschwünge und Winde in Hurrikan-Stärke. Von den oberen Regionen des Mount Washington sagt man, dort finde man das schlechteste Wetter der Welt. Die Gebirgskette der White Mountains beeinflusst das Wetter New Hampshires stark, genauso wie der Atlantische Ozean.

Im flacheren Süden des Staates findet man eine geologische Besonderheit: Mount Monadnock. Auf der relativ flachen Ebene stehen riesige Felsbrocken, die sogenannten Monadnocks (Inselberge). Sie erheben sich wie eine Insel und relativ unvermittelt aus einer flachen geologischen Formation. Nach Maine ist New Hampshire übrigens der Staat mit den prozentual größten Waldflächen der USA.

New Hampshires Wasserwege bilden in vielen Bereichen die Grenzen zu seinen Nachbarstaaten. Die westliche Staatsgrenze zu Vermont wird beispielsweise vom Connecticut River gebildet, der den Connecticut Lakes entspringt und in Connecticut in den Atlantic mündet. Dabei befindet sich die Grenze jedoch nicht im Fluss, sondern erst das gegenüberliegende Ufer gehört zu Vermont. Zu den Hauptwasserstraßen zählen außerdem der Merrimack River und der Piscataqua River, der zusammen mit dem Salmon Falls River die südliche Grenze zu Maine bildet.

Sehr beliebt sind auch die vielen Seen der Gegend, allen voran der 186 km² große Lake Winnipesaukee im östlichen Teil des Staates. Vor allem im Sommer Touristenmagnet: Hampton Beach und die vorgelagerten Isles of Shoals, Heimat einer Künstlerkolonie und der Legende nach auch Lagerstätte eines Teils des Schatzes des berüchtigten Seeräubers Blackbeard.

New Hampshire verfügt über feuchtes Kontinentalklima, das Einflüssen vom Atlantischen Ozean ausgesetzt ist. Gerade im Winter bringen Atlantische Luftmassen sehr feuchte Luft mit, die zu heftigen Schneefällen in weiten Teilen des Landes bis hin zu Blizzards, Schneestürmen, führen können. Die heftigen Winde in der White Mountain Gebirgsregion tun ihr übriges und fegen mit hohen Windgeschwindigkeiten auch mal so manchen Touristen in Felsspalten. Ihnen sind auch die legendären krumholtz, kleine bonsaiähnliche Bäume in exponierten Lagen, zu verdanken.

Die Sommer in New Hampshire sind warm und feucht, die Luftfeuchte nimmt jedoch ab, sobald man sich vom Meer entfernt. Bei Temperaturen um die 24-28°C im Monat Juli kann man wunderbar seinen Urlaub genießen, ohne sich wie ein Brathähnchen in der Pfanne zu fühlen…

New Hampshire Geschichte

Bis zur relativ frühen Besiedlung New Hampshires um das Jahr 1623 lebten einige Stämme der Algonquian-Indianer in diesem Gebiet. Bereits 1631 wurden erste Siedlungen wie das heutige Dover, Durham oder Stratham von englischen Siedlern gegründet. Diese Siedlungen wurden 1679 in der „Royal Province“ zusammengefasst. Nach der Unabhängigkeitserklärung 1776, New Hampshire war der erste Staat, der sich so vom Mutterland England löste, war der Staat für lange Zeit eine Hochburg der Republikaner. Im 19. Jahrhundert zogen im Zuge der Industrialisierung unzählige Textilmühlen Immigranten aus Kanada und Irland an. Der Wandel von Wildnis über Ackerbaugesellschaft bis hin zur Industrialisierung war geglückt. Als ab den 1960ern die Textilindustrie am Boden lag, hatte man glücklicherweise bereits andere Wirtschaftszweige und Technologiezentren etabliert. Der Tourismus, allen voran der Wintertourismus in den White Mountains, ist auch heute noch ein wichtiger Wirtschaftszweig der Region.

Seit 1952 schaut Amerika und die Welt auch noch aus einem anderen Grund auf New Hampshire: hier werden die Vorwahlen für die Präsidentschaftswahlen abgehalten, die wichtigsten Testläufe für die Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

New Hampshire Sehenswürdigkeiten

Haben Sie schon einmal wilde Truthähne gesehen? Oder standen einem Elch Auge in Auge gegenüber? In New Hampshire können Sie sich auf die Pirsch begeben und neben vielen wilden Tieren auch interessante Landstriche, idyllische Seen und sehr gute Skigebiete entdecken. Der Staat hält sowohl für Naturfans als auch für Aktivurlauber oder Familien mit Kindern ein reichhaltiges Freizeitangebot bereit. Dazu gehören Klettertouren über Fels und Eis genauso wie Kanu fahren, Eisfischen, Spaß am Strand, Jagen und Fischen, Bird und Wildlife Watching, Skifahren und vieles mehr.

Vielleicht haben Sie ja Lust, im Seen- oder Waldgebiet Wanderungen zu unternehmen? Oder Sie wollten schon immer mal Schneemobil fahren? Und wie wäre es, den Sternen im Christa Mc Auliffe Planetarium in New Hampshires Hauptstadt Concord ganz nah zu sein? Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen des Staates. Fast an jeder Ecke finden Sie Tourguides, die Ihnen gern die schönsten Ecken der Gegend zeigen. Vielleicht entdecken Sie auf einer Rundtour auch die Vielfältigkeit des Staates ohne dass Ihre Kinder sich dabei zu Tode langweilen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Scenic Tour vorbei am Lake Winnipesaukee in Weirs Beach oder entlang der Conway Scenic Road? Auch Eisenbahnfans kommen voll auf ihre Kosten. Wo sonst kann man noch alte Schätzchen wie auf der Hobo Railroad, der Mt. Washington Cog Railway oder der White Mountain Railroad bewundern? Diese Strecken werden nicht nur zum Teil mit historischen Bahnen befahren, sie führen auch über Panoramastrecken mit atemberaubenden An- und Ausblicken.

Wer es künstlerisch mag, kann den Isles of Shoas und der Künstlerkolonie darauf jederzeit einen Besuch abstatten. Zahlreiche Museen und Ausstellungen im ganzen Staat laden auch Kinder ein, Kunst zu erleben und für sich zu entdecken. Zu jeder Jahreszeit ist New Hampshire eine Reise wert. Überall gibt es Veranstaltungen, die interessant, unterhaltsam und manchmal euch etwas eigenwillig sind. Im Frühling öffnen beispielsweise die sap houses Besuchern ihre Pforten und zeigen, wie Maple Syrup gemacht wird. Im Sommer laden überall County Fairs, eine Mischung aus Farmmesse und Kirmes, zum Zeitvertreib ein. Die größte dieser Messen ist die Hopkinton State Fair in Contoocook. Wer genug vom Trubel hat, kann es sich in Sommercamps in der Gegend um den Lake Winnipesaukee so richtig gemütlich machen.

Absoluter Touristenmagnet und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind die New Hampshire Highland Games, die jedes Jahr im Herbst stattfinden. Hier frönen vor allem schottische Einwanderer und ihre Nachfahren dem schottischen Lifestyle. Natürlich mit schottischen Paradedisziplinen wir Baumstammweitwurf, viel Whisky, Dudelsackmusik und dem obligatorischen Kilt. Es gibt sogar einen offiziellen Tartan, ein Karo-Webmuster für Kilts, der bei den zuständigen Behörden in Schottland registriert ist. Während der Highland Games tragen selbst Polizisten im Dienst diese Kilts.

Und farbenfroh geht es weiter Mitte Oktober. Dann färben sich wie in den Nachbarstaaten auch die Blätter der Bäume in atemberaubenden Farben. Der Indian Summer, wie das Phänomen genannt wird, zieht Schaulustige aus den ganzen USA und der Welt an. Kaum dass die Farbenpracht verblasst ist, beginnt die Skisaison, die man auf Skiern, dem Snowboard oder auf Schneemobil-Wanderwegen genießen kann. Wer die Ruhe dem Trubel vorzieht, findet bestimmt noch ein Plätzchen für das allseits beliebte Eisfischen. Na dann: Petri Heil!

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